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Erweiterung Wasserreservoir Isenberg

Die Gemeinde Obfelden muss die Versorgung mit Trink-, Brauch- und Löschwasser langfristig sicherstellen. Aufgrund zunehmender Trockenperioden und steigender Anforderungen an die Versorgungssicherheit reicht die bestehende Speicherkapazität des Reservoirs Isenberg nicht mehr aus. Das Reservoir soll daher für rund 3 Millionen Franken erweitert werden.

Die Wasserversorgung Obfelden betreibt die Reservoiranlage Isenberg, bestehend aus zwei Anlagenteilen. Das Reservoir befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Ottenbach und bildet einen zentralen Bestandteil der Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung der Gemeinde Obfelden.

Zur langfristigen Planung für eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung der Gemeinde dient das «Generelle Wasserversorgungsprojekt» (GWP). Es wurde im vergangenen Jahr nach über zwei Jahren intensiver Bearbeitungszeit durch den Kanton Zürich bewilligt. Das GWP zeigt auf, dass die heutige Brauchreserve in Obfelden zu gering ist. Insbesondere längere Trockenperioden sowie steigender Wasserverbrauch führen dazu, dass die bestehende Speicherkapazität nicht mehr ausreicht.

Eine Übersicht zum Projekt gibt das Erklärvideo.

Projektübersicht

Mit dem Projekt «Erweiterung Reservoir Isenberg» soll die Anlage um eine neue Behälterkammer mit einem Volumen von 1'100 m3 erweitert werden. Sie wird an das neuere der beiden Anlagenteile – bestehend seit dem Jahr 1973 – angebaut. Durch die Erweiterung erhöht sich die gesamte Brauchreserve auf 2'000 m3. Damit soll die Versorgungssicherheit der Gemeinde Obfelden auch in Trockenperioden sowie bei Spitzenverbrauch nachhaltig gewährleistet werden. Der ältere Anlageteil aus dem Jahr 1934 wird im Rahmen des Projekts ausser Betrieb genommen und zurückgebaut.
 

Projektbeschrieb

Mit dem Projekt verfolgt die Gemeinde Obfelden folgende Ziele:

  • Sicherstellung der langfristigen Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung
  • Erhöhung der Speicherkapazität auf insgesamt 2'000 m3 Brauchreserve
  • Verbesserung der Versorgungssicherheit in Trocken- und Spitzenverbrauchszeiten
  • Rückbau des Reservoirs Isenberg «alt» aus dem Jahre 1934
  • Nachhaltige und betriebliche optimierte Nutzung der bestehenden Infrastruktur

Das Projekt sieht den Anbau einer zusätzlichen rechteckigen Reservoirkammer mit einem Volumen von 1'100 m3 an den neueren der beiden bestehenden Anlagenteile vor. Für die Erstellung des Reservoirs ist eine Baugrube von ca. 6.5 m Tiefe erforderlich. Die neue Kammer wird baulich direkt an die bestehende Anlage angebaut und technisch in das bestehende System integriert. Die beiden Kammern werden im Parallelbetrieb bewirtschaftet und ermöglichen eine flexible und sichere Wasserbewirtschaftung. Die neu projektierte Kammer erhält sämtliche notwendige Leitungen und Armaturen, allen voran für Einspeisung und Entnahme, Entleerung und Überlauf, Verbindung und Druckausgleich zwischen den Kammern.

Die bestehende Zuleitung vom älteren der beiden Anlageteile wird aufgehoben und durch eine neue Leitung ersetzt. Die bestehenden Transportleitungen werden mit optimierter Linienführung vollständig ersetzt und im Bereich der bestehenden Reservoiranlage neu angeschlossen. Im Zuge der Bauarbeiten für die Reservoirerweiterung wird der bestehende Regenabwasserkanal auf einer Länge von rund 320 m mittels Roboter- und Inlinerverfahren saniert. Gleichzeitig werden die bestehenden Mängel an den Kontrollschächten behoben.

Nach Inbetriebnahme der neuen Reservoirkammer wird der ältere der beiden Anlageteile aus dem Jahr 1934 ausser Betrieb genommen und vollständig zurückgebaut. Der Rückbau umfasst den Abbruch der beiden Rundbehälter, des alten Rohrkellers inklusive Armaturen sowie den zugehörigen Stützmauern.

Für die Bauarbeiten sind punktuelle Rodungen erforderlich. Die beanspruchten Flächen werden nach Abschluss der Bauarbeiten fachgerecht wieder aufgeforstet. Die direkt betroffenen Grundeigentümer wurden im Rahmen der Projektierung bereits informiert.

Vorteile des Projekts

Das Projekt hat vielfältige positive Auswirkungen auf die Siedlung, die Landschaft und die Umwelt. Diese zeigen sich besonders in folgenden Bereichen:

  • Versorgungssicherheit: Die Erweiterung verbessert die Versorgungssicherheit der Gemeinde Obfelden erheblich und stellt die Wasserversorgung auch in Trockenperioden sicher.
  • Infrastruktur: Die bestehende Infrastruktur wird modernisiert und langfristig stabilisiert. Durch den Rückbau der alten Anlage Reservoir Isenberg «alt» aus dem Jahr 1934 werden gleichzeitig unterhaltsintensive Anlageteile rückgebaut.
  • Betrieb und Unterhalt: Die neue Anlage ermöglicht einen effizienten und flexibleren Betrieb der Wasserversorgung.
  • Umwelt: Die Zusammenführung der Speicherkapazität an einem Standort reduziert den betrieblichen Aufwand und trägt zu einer nachhaltigen Nutzung der bestehenden Infrastruktur bei.
Kosten

Die Investitionskosten des Projekts belaufen sich (+/- 10 %) auf brutto CHF 2'990‘000.00 (inkl. MwSt., zuzüglich Teuerung). Die Kostenermittlung basiert auf Einheitspreisen sowie Erfahrungswerten aus vergleichbaren, bereits ausgeführten Projekten. Als Preisbasis dient das 2. Quartal 2025. Die Finanzierung erfolgt über die ordentlichen Gebühren.

Gemäss den buchhalterischen Grundsätzen der Gemeinde Obfelden sowie den Vorgaben des harmonisierten Rechnungsmodells (HRM2) wird der Betrag über eine Dauer von 30 Jahren linear abgeschrieben. Daraus ergibt sich eine jährliche Abschreibung von rund CHF 99'666.67.​​​​​​

Langfristige Gebührenplanung nicht Gegenstand des Verpflichtungskredits

Gemäss dem Generellen Wasserversorgungsprojekt 2023 reichen die heutigen Gebühren langfristig nicht aus, um die anstehenden Investitionen sowie den Werterhalt der Anlagen vollständig zu decken. Dies betrifft die gesamte Wasserversorgung und nicht nur das vorliegende Projekt. Die Erweiterung des Reservoirs Isenberg ist Bestandteil dieser langfristigen Planung.

Aus den geplanten Investitionen ergeben sich zusätzliche Abschreibungs- und Finanzierungskosten. Diese müssen über die Gebühren der Wasserversorgung gedeckt werden. Es ist daher davon auszugehen, dass mittelfristig Anpassungen der Wassergebühren erforderlich werden. Zeitpunkt und Ausmass solcher Anpassungen werden im Rahmen der Finanzplanung und unter Berücksichtigung aller anstehenden Investitionen festgelegt.

Der Gemeinderat hat die finanziellen Entwicklungen erkannt und arbeitet an einer langfristigen Strategie für die Gebührenplanung. Die konkrete Ausgestaltung der künftigen Gebühren ist nicht Gegenstand des Verpflichtungskredites. 

Abstimmung und Zeitplan

Die Urnenabstimmung zum Projekt findet voraussichtlich Ende November 2026 statt. Bei einer Zustimmung zum Kredit wird die Ausführungsplanung vorangetrieben. Die Realisierung ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme erfolgt bei idealem Verlauf per Anfang 2028.

Wird der Verpflichtungskredit abgelehnt, kann die geplante Erweiterung nicht umgesetzt werden. Die bestehende Unterdeckung der Brauchreserve bleibt damit bestehen. In längeren Trockenperioden, bei ausgeprägter Sommerhitze sowie bei erhöhtem Wasserverbrauch kann dies zu betrieblichen Engpässen in der Wasserversorgung führen. In solchen Situationen ist die Versorgungssicherheit nicht im gewünschten Umfang gewährleistet.

 Weitere Informationen

Kontakt

Nik Peter
Leiter Bau und Infrastruktur Gemeinde Obfelden
bau@obfelden.ch / 044 521 09 50

Dario Indergand
Brunnenmeister Gemeinde Obfelden
wasserversorgung@obfelden.ch / 044 521 09 88