Die Gemeinde Obfelden lehnt die geplante Streichung der zweiten Autobahnquerung im regionalen Richtplan Knonaueramt entschieden ab. Die vorliegende Planungsstudie berücksichtigt die Auswirkungen auf Obfelden ungenügend und fokussiert sich in auffälliger Weise einseitig auf Affoltern am Albis.
Die bestehenden Verkehrsprobleme westlich der A4 sind längst Realität: Stau in den Spitzenzeiten, zunehmende Verspätungen im öffentlichen Verkehr sowie dokumentierte Sicherheitsdefizite im Bereich des Autobahnanschlusses belegen den Handlungsbedarf klar und deutlich. Die ursprünglich vorgesehene zweite Autobahnquerung stellte eine gezielte Entlastungsmassnahme dar. Ihre ersatzlose Streichung und die Konzentration auf eine Optimierung des bestehenden Anschlusses sind aus Sicht der Gemeinde Obfelden keine nachhaltige oder bedarfsgerechte Lösung.
Der Gemeinderat fordert daher, auf die Streichung zu verzichten und stattdessen eine tragfähige, raumverträgliche Gesamtstrategie zu entwickeln, unter Einbezug aller betroffenen Akteure. Verkehrspolitische Entscheide dürfen nicht zu Lasten einzelner Gemeinden getroffen werden. Nur eine ausgewogene und regionale Perspektive wird der Komplexität der Situation gerecht.
«Verkehrsplanung ist eine interdisziplinäre und komplexe Aufgabe. Entscheidend ist, dass die Bedürfnisse und Anliegen der betroffenen Standortgemeinden frühzeitig und gleichwertig einbezogen werden. Wer nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen will, muss lokale Realitäten ernst nehmen und alle Beteiligten frühzeitig einbinden. Dass die Gemeinde Obfelden im Vorfeld des Mitwirkungsverfahrens nicht angehört wurde, ist stossend und irritiert den Gemeinderat sehr. Wir sind weder mit diesem Vorgehen noch mit der vorgeschlagenen Streichung der zweiten Autobahnqueren einverstanden.»
Peter Weiss, Vorstand Umwelt / Verkehr