Erkenntnisse Ausfall Wasserversorgung – erste Massnahmen eingeleitet
Der Ausfall der Wasserversorgung im oberen Teil der Gemeinde Obfelden ist nach aktuellen Erkenntnissen auf einen Blitzeinschlag und einen darauffolgenden Ausfall der Datenübertragung des Reservoirs Isenberg zurückzuführen.
Die Rekonstruktion der Ereignisse des Ausfalls der Wasserversorgung in Teilen der Gemeinde Obfelden Ende Juni 2025 haben folgendes Bild ergeben:
Einblick ins Reservoir Isenberg.
Gemäss ersten Erkenntnissen hat im Zusammenhang mit einer Gewitterzelle in der Region Zug am Donnerstagnachmittag, 26. Juni 2025 gegen 14.50 Uhr ein Blitzeinschlag ein Steuerungskabel (Datenkabel) getroffen und dadurch die Datenübertragung zwischen den Wasserversorgungsanlagen Gjuch und Isenberg unterbrochen. Im Reservoir Gjuch laufen die verschiedenen Daten und Steuerungen des Reservoirs Isenberg und auch der Pumpstation Mettenholz zusammen. Als Folge des Unterbruchs wurden von den Sensoren im Reservoir Isenberg keine Daten mehr zum Füllstand des Reservoirs übermittelt.
Die Sensoren sollten bei einem Füllstand von 50% automatisch die Pumpstation Mettenholz aktivieren und Wasser ins Reservoir nachführen lassen.
Ebenso sollten die Sensoren eine Alarmmeldung an den Werkdienst auslösen, wenn der Füllstand des Reservoirs unter die Mindestfüllmenge von 30% fällt. Beides ist aufgrund des Ausfalls der Datenübertragung nicht geschehen.
Zwar wurde kurz nach dem Blitzeinschlag eine Fehlermeldung an den Werkdienst ausgelöst. Diese bezog sich jedoch auf das Reservoir Isenberg und nicht das Reservoir Gjuch, wo der eigentliche Fehler lag. Der zuständige Brunnenmeister hat gegen 15.10 Uhr das Reservoir Isenberg kontrolliert. Vor Ort waren keine Unregelmässigkeiten festzustellen. Dass die Sensoren zu diesem Zeitpunkt wohl bereits keine Daten mehr übermittelten, war vor Ort nicht zu erkennen, da sie sich am Beckenrand des Reservoirs befinden und die korrekte Funktion der Sensoren nur im Reservoir Gjuch abzulesen ist. Das Reservoir Isenberg lief anschliessend bis zum Freitagmorgen aufgrund des üblichen Wasserverbrauchs der Bevölkerung leer.
Am Freitagmorgen, gegen 06.45 Uhr trafen aus der Bevölkerung im Bereich Dorfteil Bickwil erste Meldungen ein, dass kein Wasser mehr aus den Leitungen kommt. Umgehend haben Mitarbeitende des Werkdiensts und der Abteilung Tiefbau die Lage überprüft und Sofortmassnahmen ergriffen. Bei der Prüfung des Reservoirs Gjuch wurde schliesslich der Ausfall der Datenübertragung zwischen den Reservoiren bemerkt. Um diese wieder herzustellen, musste auf sämtlichen drei Anlagen (Gjuch, Isenberg, Mettenholz) die Überspannungsschutz-Sicherung ersetzt werden. Gegen 10.30 Uhr arbeiteten die Systeme wieder normal.
Aufgrund des hohen Wasserverbrauchs – auch bedingt durch die sehr heissen Sommertage – und das bereits teilweise leergelaufene Leitungsnetz in der betroffenen Druckzone, wurde das eingespeiste Wasser umgehend wieder verbraucht. Die Situation stabilisierte sich erst in der Nacht von Freitag auf Samstag.
Am Samstagmorgen war die Pumpstation Mettenholz von einem Ausfall der Pumpen betroffen. Dieser Ausfall steht jedoch losgelöst von den Ereignissen vom Vortag. Sofort aufgebotene Techniker konnten die Pumpen wieder in Betrieb nehmen. Bis zum Samstagabend entspannte sich schliesslich die Situation für die betroffene Bevölkerung deutlich.
Getroffene Massnahmen im Bereich Wasserversorgung
Im Bereich der Wasserversorgung wurden folgende Massnahmen ergriffen:
Bei entsprechenden Fehlermeldungen werden sowohl das Reservoir Isenberg als auch Gjuch sowie die Pumpstation Mettenholz geprüft, unabhängig welchen Standort die Fehlermeldung angibt. Es erfolgt nach 1-2 Stunden eine weitere Kontrolle vor Ort, um Unregelmässigkeiten festzustellen.
Für die technischen Anlagen der Wasserversorgung wird eine detaillierte Zustandserfassung durchgeführt. Ziel ist es, die Versorgungs- und Planungssicherheit zu gewährleisten, sowie frühzeitige Risiken und mögliche Ausfälle zu erkennen.
Die Gemeinde prüft, die Pumpstation Mettenholz mit einer dritten Pumpe auszurüsten, um bei einem Ausfall eine Reservemöglichkeit bereit zu haben.
Das aktuell gültige Konzept für eine «Trinkwasserversorgung in Notlagen» soll überarbeitet werden und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Die anstehenden Aufgaben sollen zeitnah umgesetzt werden.
Ein grosser Teil der Steuerkabel (Datenkabel) ist aktuell ohne Schutzrohr direkt im Boden verlegt. Um die Sicherheit der Datenübertragung langfristig zu gewährleisten, wird eine umfassende Planung aufgenommen mit dem Ziel, alle betroffenen Kabelabschnitte zu erneuern und künftig in Schutzrohren zu verlegen.
Unabhängig vom Ereignis Ende Juni hat der Gemeinderat bereits eine Erweiterung des Reservoirs Isenberg beschlossen. Darüber wurde an der vergangenen Gemeindeversammlung kurz orientiert. Dies aufgrund des steten Bevölkerungswachstums und die damit verbundene Anforderung der Versorgungssicherheit, insbesondere in den Trockenperioden. Ein entsprechendes Vorprojekt wurde bereits ausgearbeitet.
Prüfung Kommunikation in Ausnahmesituationen
Der Vorfall Ende Juni hat gezeigt, dass die Kommunikation der Gemeinde in Ausnahmesituationen noch verbessert werden kann. Trotz raschen Mitteilungen auf der Webseite und Pushnachrichten über Crossiety sowie über diverse private Kanäle und Social Media – in drei Phasen am Freitagmorgen, Samstagmorgen und Samstagnachmittag – konnte ein Teil der Bürgerinnen und Bürger nicht rechtzeitig erreicht werden. Die Gemeinde prüft aktuell ergänzend zur bereits bestehenden Organisation daher:
Die Verwendung der App SWISSALERT vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz bei ähnlichen künftigen Ereignissen.
Die Einrichtung eines Whatsapp-Kanals.
Die Einrichtung eines Krisenstabs innerhalb der Gemeinde für verschiedene Ausnahmesituationen.
Die Ausarbeitung eines Kommunikationskonzepts für Ausnahmesituationen.
Kontakt Wasserversorgung
Bei Fragen zum Trinkwasser steht Ihnen unsere Wasserversorgung gerne zur Verfügung: